Warum ist die DDR untergegangen? von Dr. Radzimanowski Teil 1

Dr. Kersten Radzimanowski ist der letzte amtierende Außenminister der damaligen DDR. Damit kennt Dr. Radzimanowski die Vorgänge hinter den Vorhängen und Nebelwänden der Politik und berichtet aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen. Dafür sei ihm herzlichst gedankt.

Fritz Vogtländer

Vorbemerkung zu einer Geschichte aus einem besetzten Land

Es war der 9. November 1989, als im vollbesetzten Französischen Dom auf dem Berliner Gendarmenmarkt Vertreter der verschiedenen politischen Gruppierungen ihre Konzepte für die demokratische Umgestaltung der DDR vorstellten. In einer Versammlungspause diskutierten Menschentrauben auf dem Platz am Schauspielhaus leidenschaftlich über den richtigen Weg, als es wie ein Lauffeuer von Mund zu Mund ging: Die Mauer ist geöffnet. Viele wollten die Nachricht nicht glauben, doch bereits Stunden später kam es zu herzzerreißenden Begegnungen zwischen Ost- und Westberlinern, zwischen Mittel- und Westdeutschen. Was ist davon geblieben?

Als ich am 9. November 2013 auf Einladung der dortigen NPD in die Moselstadt Trier komme, will ich es nicht wahrhaben. Erst ein Gericht mußte Bürgern der Stadt dazu verhelfen, dieses historischen Ereignisses öffentlich zu gedenken. Ein deutscher Bürgermeister, der Stadtrat der wohl ältesten deutschen Stadt, zittern vor Angst wegen unserer deutschen Geschichte? In den bundesdeutschen Blockparteien scheinen Wendehälse, Demagogen und Volksverhetzer das Sagen zu haben. Wie bejubelten bundesdeutsche Medien und Politiker im Januar 1989 die Forderungen oppositioneller DDR-Gruppen „Die Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ auf der Veranstaltung zu Ehren Rosa Luxemburgs und Wilhelm Liebknechts. Solange man mit dem Finger auf andere zeigen kann, nutzen bundesdeutsche Politiker den „Knüppel“ Menschenrechte gern und mit vollem Einsatz. Doch wie sieht es im eigenen Land aus? In Trier wie vieler Orts in der BRD scheint jedenfalls der Spruch Gültigkeit zu haben: „Und willst Du nicht mein (Gesinnungs)bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein.“ Das ist die bundesdeutsche Spielart von Toleranz.

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Warum ist die DDR untergegangen? von Dr. Radzimanowski Teil 2

Warum ist die DDR untergegangen?

Der Anschluß Mitteldeutschlands als Etappensieg zur Weltherrschaft der USA und der Plutokraten

Vortrag zum 9. November 2013 in Trier

Von Dr. Kersten Radzimanowski

Bei diesem Thema fällt mir sofort ein alter Schlagertitel ein: Warum nur, warum? Wollen wir uns die Beantwortung der Frage leicht machen? Dann greifen wir zu den meinungsbestimmenden Printmedien oder informieren uns bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die zwar weder öffentlich sind noch den publizistischen Grundpflichten einer neutralen Berichterstattung nachkommen. Doch dafür bieten sie ein buntes Märchenprogramm, mit dem die Herrschenden die sogenannte Bevölkerung in Phantasias Reich verbannen wollen. Da nimmt es nicht wunder, daß diese angeblich seriösen Medien Helmut Kohl und die CDU als jene Kräfte feiern, die die DDR-Bevölkerung aus ihrem sibirischen KZ befreit und Genschers FDP Schmiere dabei gestanden haben soll. Kohls Sieg über Honecker. So einfach könnte die Antwort auf die thematische Frage lauten. So einfach, wie deutsche Geschichte heute eben erzählt wird. So sehen die Helden der BRD aus, bei denen ein Baron Münchhausen erblassen würde.
Für solche „Wahrheiten“, die Pinocchio zu seiner langen Nase verhalfen, halten sich jene, die als Marionetten des Geldadels über unser Volk herrschen, ihre gut dotierten Journalisten und Historiker. Volksverdummung ist nur eine andere Spielart von Volksverhetzung. Mir allerdings fehlt der rechte Glaube für diesen Popanz. Denn wie so häufig bei der offiziellen Berichterstattung stimmt bundesdeutsche Propaganda gerade nicht mit deutscher Wahrheit überein.
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