Spielball Ukraine

Victor Janukowitsch

Victor Janukowitsch

Die Überschrift wird sicherlich bei dem Einen oder Anderen die Frage aufwerfen, warum Spielball? Na weil der Westen und damit die Nato die Ukraine genau als solchen benutzen. Um die ganze Geschichte etwas zu entwirren, erscheint es zweckmäßig, zu den Anfängen der Unruhen zurück zu blicken.
Das die ukrainische Regierung vom Westen gezielt destabilisiert und gestürzt wurde, pfeifen mittlerweile die Spatzen von den Dächern. Die EU wollte ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine abschließen. Der damalige gewählte Präsident Janukowitsch hat aber quasi in letzter Minute die Unterzeichnung verweigert. Eine Annäherung an Russland erkannte Janukowitsch als vorteilhafter für sein Land.

Diese Weigerung bedeutete Janukowitschs Entmachtung. In diesem Zusammenhang ist noch die Frage offen, warum der Westen so erpischt auf diese Unterschrift ist, oder

Catherine Ashton

Catherine Ashton

besser war. Nun, als Mitglied der EU wird das Land als erstes finanziell abhängig gemacht. Dazu bedient man sich der althergebrachten Mittel, dem Zinseszinssystem. Gleichzeitig kommt die Nato mit dem Ansinnen eines Beitritts zum Bündnis. Da finanziell abhängig, kann die Regierung dem kaum etwas entgegen setzen. Damit steht die Nato unmittelbar vor Russlands Haustür. Und das trotz der verbindlichen Zusage der Westmächte, anläßlich der Teilvereinigung Deutschlands und dem Zerfall des „Ostblocks“ die Nato nicht weiter in Richtung Osten zu erweitern. Und nicht zu vergessen, die Rohstoffe, welche in ukrainischem Boden schlummern. So schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe auf ein Mal.

Urmas Paet

Urmas Paet

Wenn da nicht Janukowitsch die Zeichen der Zeit erkannt hätte.
Rufen wir uns die Ereignisse um das Geschehen auf dem Maidan kurz in Erinnerung. Da gibt es abgefangene Telefonate, die zu den Machenschaften im Hintergrund Bände sprechen! So z.B. gibt das Telefonat von der Außenbeauftragte der EU Catherine Ashton mit dem estnischen Außenminister Urmas Paet. Darin geht es um den Einsatz von Scharfschützen auf dem Maidan. Oder die veröffentlichten elektronischen Nachrichten zwischen Vitali Klitschko und dem litauischen Präsidentenberater Laurynas Jonavicius. In diesen Schreiben fordert Klitschko eine Eskalation der Situation in Kiew.
So wurde auch die Europa-Beauftragte des US-Außenministeriums Victoria Nuland bei einem Telefongespräch mit ihrem Kiewer Botschafter Geoffrey Pyatt in flagranti ertappt, wie Einzelheiten der Planung zur US-Intervention in die Regierung der Ukraine

Laurynas Jonavicius

Laurynas Jonavicius

erörtert wurden. Ich spare mir hier die einzelnen Gespräche oder Schreiben wieder zu geben. Der Interessierte findet diese leicht im Weltnetz. Selbst Obamas früherer außenpolitischer Berater, Zbigniew Brzeziński,forderte schon 1997, die USA müssten die Kontrolle über die Ukraine an sich reißen. Man sieht sehr schön, alles von langer Hand geplant und vorbereitet! Der Plan soll so ausgesehen haben, daß

Victoria Nuland

Victoria Nuland

Russland in kleine Staaten zerschlagen werden sollte. Kleine Staaten lassen sich leichter in die Abhängigkeit bringen und damit leichter kontrollieren. Der zweite Vorteil für den Westen besteht darin, mit der Methode des Gleichgewichts der Kräfte (nach englischem Vorbild – von diesen in Europa sehr lange Zeit erfolgreich praktiziert) die Einzelstaaten gegenseitig in Schach zu

Geoffrey Pyatt

Geoffrey Pyatt

halten. Dabei wird der jeweilige Schwächere gegen den Stärkeren unterstützt. Dieser Plan konnte zum Glück bisher nicht umgesetzt werden und wird es hoffentlich auch nicht.
Doch zurück zur Ukraine. Nach dem Sturz Janukowitschs setzte sich ein gewisser Jazenjuk an die Macht. Dieser verlor keine Zeit, Russland zu

Julia Timoschenko

Julia Timoschenko

beschuldigen, mit der Volksabstimmung auf der Krim Völkerrecht gebrochen zu haben. Nachdem die Krim wieder zu Mütterchen Russland kam, wollte die russisch sprachige Ostukraine mit Kiew auch nichts mehr zu tun haben. Das ist mehr als verständlich, wenn man bedenkt, wie sich die frühere Staatschefin

Arsenij Jazenjuk

Arsenij Jazenjuk

Timoschenko über die Russen, Russland und Kremelchef Putin geäußert hat.
Wie bereits erwähnt, ist der Osten der Ukraine sehr stark russisch geprägt. Die Menschen dort organisierten sich und erklärten sich territorial selbstständig. Dies kann man als die Geburtsstunde eines völkerrechtlichen Objektes bezeichnen. Oder einfach gesagt, ein neuer Staat ist entstanden. Leider ein gefundenes Fressen für Kiew. Bietet doch dieser

Zbigniew Brzeziński

Zbigniew Brzeziński

Umstand Kiew und dem Westen samt seiner Medienhuren die Gelegenheit, Moskau und Staatschef Putin medial anzugreifen. Und um den Druck auf Russland zu erhöhen, brach Kiew im Verbund mit dem Westen einen Krieg gegen die jungen Staaten vom Zaun. Das in diesem Krieg besonders zivile Bereiche angegriffen werden, soll den Druck auf Präsidenten Putin zusätzlich verstärken. So soll Russland zum Eingreifen gezwungen werden – oder alternativ Präsident Putin bei der russischen Bevölkerung in Verruf gebracht werden. Erinnert mich sehr stark an 1939 und Polen.
Präsident Putin weiß sehr genau woher der Wind weht. Greift er ein, hat der Westen und damit die Nato den lang ersehnten Krieg mit Russland und bescheinigt sich selbst eine weiße Weste. Ihm bleibt nur, seine Landsleute mit dem nötigen Material zur Verteidigung zu versorgen.
Ob dies geschieht, ist mir nicht bekannt. Der Westen behauptet es jedenfalls beharrlich. Ich kann daran nichts verwerfliches finden, so es in dem ist. Der Westen pumpt doch auch Unsummen zur Finanzierung des Feldzuges nach Kiew.
Hoch erfreulich ist jedenfalls, das Moskau und damit Präsident Putin nicht in die präzise ausgelegten Fallen getreten sind. Seiten Moskaus hält man sich strikt an das Völkerrecht und bestehende Verträge. Meine Hochachtung dafür nach Moskau, verbunden mit dem Wunsch, das die russische Regierung auch weiterhin so erfolgreich agieren möge!
Erinnern wir uns an die Zusage der Nato, ihren Machtbereich nicht weiter nach Osten zu erweitern. Das war Anfang der Neunziger. Und heute? Heute steht die Nato direkt vor der Haustür von Mütterchen Russland. Wohl gemerkt, ein absolut feindlich eingestelltes Militärbündnis!
Dazu fällt mir die Kubakrise ein, als die Sowjetunion Raketen auf Kuba stationieren wollte. Die Amis haben damals vor Wut wohl frei gedreht. Nach Verhandlungen packten die Sowjets die Raketen wieder ein und aus war de Spuk. So „einfach kann’s gehen, so ein Wille dafür da ist.
Anders jetzt. Westen und Nato wollen mit dem großen Feuerzeug die gelegte Lunte entzünden. Der russische Bär soll seine Pranke erheben und zum Verteidigungsschlag ausholen.
Um dieses Ziel endlich zu erreichen, werden von Kiew und dem Westen Aktionen unter falscher Flagge begangen. Aufgeführt sei hier beispielhaft Flug MH 17. Dargeboten um die Ostukraine oder Russland zu beschuldigen. Am Besten beide.
Ein weiterer Konflikt an der russischen Südgrenze, welcher schon lange am Glimmen gehalten wurde, soll nun entfacht werden. Dieser spielt sich zwischen Bergkarabach und Aserbaidschan ab. Die größtenteils von Armeniern bewohnte und völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Region Bergkarabach hatte sich im September 1991 für unabhängig erklärt.
Wer hier der Belzebub ist, sollte keiner Erörterung mehr bedürfen. Russland will Frieden und der Westen samt Nato Krieg. Kann man als Deutscher nur noch hoffen, daß unser Land für den angestrebten Krieg nicht zur alleinigen Kampfzone wird. So wurde es für den nächsten Weltkrieg vereinbart.

Fritz Vogtländer