Gedanken eines nachdenklichen Deutschen zum „Fall“ Reinhold Hannig

jung-heuteWie, Sie kennen Reinhold Hanning nicht? Kein Problem, Sie werden aufgeklärt.

Reinhold Hanning wurde der Prozeß gemacht. Wegen Beihilfe zu Mord. Angeblich soll er geholfen haben, 170000 Menschen zu ermorden. Dafür ist er zu fünf Jahren Kerker verurteilt worden. Beweise für seine direkte Beteiligung? Wo denken Sie hin? Mitnichten. Für so einen reicht es diesem System, wenn er einmal in seinem Leben Dienst in einem KZ tun mußte. So wie Reinhold Hanning, der in Auschwitz Wachmann war. Das System unterstellt jedem, der in einem der Lager oder dem Umfeld Dienst tat, müsse über alle Vorgänge im und um so ein Lager unterrichtet gewesen sein. Gehen Sie heute mal in eine Behörde und fragen, was drei Zimmer weiter bearbeitet wird. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, das Sie mit ratlosem Gesichtsausdruck und fragenden Blicken konfrontiert werden. So vertritt das System seit einigen Jahren die „Rechts“auffassung, daß die erwiesene Anwesenheit in Auschwitz für eine Verurteilung ausreicht.

Was hat das mit Recht und Rechtsstaatlichkeit zu tun, wenn Menschen zu Haftstrafen verurteilt werden, nur weil sie vor Ort waren? Ohne den Beweis einer Beteiligung an den dort vorgefallenen Dingen. Das wäre so, als würde man wegen Raubüberfalls verurteilt, nur weil man an der Tanke gerade sein Auto mit Brennstoff betankt hat und zeitgleich die Tankstelle überfallen wurde. Nicht nur das. Der Mann ist 1921 geboren worden, mithin im 94. Lebensjahr. Außer dem „Verbrechen“, von 1942 bis 1944 in Auschwitz Dienst getan zu haben, ist nichts bekannt, was dem Mann zur Last gelegt werden könnte. Und macht es Sinn, einen vierundneunzig jährigen Greis zu einer Haftstrafe zu verurteilen?

Bleibt die bohrende Frage, warum nur Deutsche wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt und verurteilt werden. Warum nicht die Leute, die mit ihren Bombenteppichen auf zivile Ziele in Deutschland millionenfach Zivilisten getötet haben? Oder die vielen Grausamkeiten nach Ende des Krieges an der Bevölkerung.
Als stiller Beobachter dieses „Gerichtsverfahrens“ gegen einen greisen Mann bleibt für mich die Frage unbeantwortet, ob das Gerechtigkeit oder Rache ist?

Fritz Vogtländer

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