In Mali für Atomkraft kämpfen?

Deutsche Soldaten raus aus Mali!

Schritt für Schritt wird die Bundeswehr in die Kämpfe in Mali einbezogen, doch kaum jemand in der BRD registriert, um was es dort beim Einsatz der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich mit Unterstützung deutscher Soldaten wirklich geht. Von radikalen Islamisten, Taliban und ehemaligen Söldnern Gaddafis ist hier die Rede. Vor denen müsse die Bevölkerung in der Region Malis geschützt werden. Die Menschenrechte würden verletzt. Von Sammelhinrichtungen und Massakern ist wieder einmal die Rede. Der Einfluß der Scharia auf die ganze Region müsse gestoppt werden heißt es und die BRD setzt ihre Soldaten an der Seite Frankreichs in Marsch. Dabei geht es den Franzosen aber weniger um Menschenrechte und nur am Rand um die Bekämpfung der Islamisten.

Frankreich hat als ehemalige Kolonialmacht in dieser Region vitale Eigeninteressen. In Bezug auf Gold-Vorräte gehört Mali zwar zu den Spitzenreitern in Afrika. Doch darum allein wird es den Franzosen kaum gehen. Im Dreiländereck von Mali, Algerien und Mauretanien liegen die reichen Gas- und Erdölfelder von Taoudeni, wo auch der französische Ölkonzern Total investiert hat. Und, seit dem Einmarsch der Franzosen steigen die Aktienkurse des französischen Atomkonzerns Areva und des französischen Ölkonzerns Total. Wie hängt das zusammen?

Der Konzern Areva z.B. ist fast vollständig im Besitz des französischen Staates. Auf die Geschäftsbereiche der Nukleartechnik entfielen im Jahr 2009 98 Prozent des Konzernumsatzes. In Mali gibt es zwar vorerst keine Uran-Förderung, doch soll es unerschlossene Uranvorkommen im Südwesten des Landes geben. Aber es gibt sie in großen Mengen bereits im Nachbarland Niger, das für die französische Atomindustrie maßgeblich wichtig ist. In Niger leben auch die aus Lybien vertriebenen Tuareg. Deshalb kämpft die Regierung in Paris auch gegen eine Destabilisierung in Niger, indem sie vorgeben, gegen die Islamisten in Mali vorzugehen. Im Norden des westafrikanischen Nigers, dem ärmsten Land der Welt fördern AREVA und ihre Tochterfirmen seit 1968 mehr als 100.000 Tonnen Uran. Der Konzern ist der größte Arbeitgeber im Land, die Uranmine die größte weltweit. Mit dem Uran aus Niger versorgt Areva gut ein Drittel der 58 französischen Atomkraftwerke, die vom Energiekonzern EDF betrieben werden schreibt die Wirtschaftswoche.

Hier sehen wir wieder einmal die Verlogenheit etablierter Politik. Ungeachtet davon, daß die BRD-Politiker aus der Atompolitik aussteigen wollen, schicken sie Soldaten in die Region. Und die Bundeswehr wird ihre Hilfe für den internationalen Einsatz in Mali wohl ausweiten. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis dort auch deutsche Soldaten in Kämpfe verwickelt werden. Erste Reaktionen gibt es bereits auf die deutsche Unterstützung: Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor einer wachsenden Terror-Gefahr im Inland durch den Einsatz der Bundeswehr in Mali. Die “Bild-Zeitung” berichtet unter Berufung auf ein internes Papier von Sicherheitsbehörden, dass diese sich Sorgen über einen Anstieg der Terrorgefahr in Deutschland machen würden. Warum sollen wir jetzt das Risiko für die Franzosen tragen? Wenn diese weiter auf Atomkraft setzen und auch künftig die Ausbeutung ihre alten Kolonien durch Militäreinsätze sichern wollen, was geht das uns an? Unsere Forderung kann auch hier nur lauten: Deutsche Soldaten raus aus Mali!

Berlin, den 30. Januar 2013

Dipl.sc.pol. Udo Voigt

2 Gedanken zu „In Mali für Atomkraft kämpfen?

  1. Möglich ist dies alles durch die bedeckmämtelte Legitimation von ein paar hundert Männern und Frauen im Deutschen Bundestag in Berlin ohne ein Mandat des Deutschen Volkes für eine solch volksbedeutame Entscheiung zur Teilnahme an Kriegsvorbereitungen im fremden Land nachweisen zu können. Die parlamentarische Demokratie erweist sich als Willkür und Herrschaft ohne Auftrag des Deutschen Volkes (Volksdemokratie).

  2. Das finde ich gut einen National-überparteilchen Kreis .
    Ulrich Mundt Stadtrat NPD Weißenfels.

Kommentare sind geschlossen.